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ISG-Beschwerden – Ursachen verstehen, Schmerzen gezielt lindern

  • Flora Müller
  • 7. März
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. März

ISG-Beschwerden sind häufig, oft einseitig und können den Alltag spürbar belasten – besonders häufig leiden Frauen in verschiedenen Lebensphasen darunter. Sie entstehen meist durch ein Zusammenspiel von Gelenk, Bändern, Muskeln und Haltung, nicht durch eine einzige Ursache.


Röntgenaufnahme menschliches Becken - Pfeile zeigen auf das ISG

Was ist das ISG und warum schmerzt es?

Das Iliosakralgelenk (ISG) verbindet das Kreuzbein mit dem Darmbein und ist ein stabiles, aber nur minimal bewegliches Gelenk. Es überträgt Kräfte vom Oberkörper in die Beine und sorgt für Stabilität beim Gehen, Stehen oder Heben.


Typische Symptome:

  • Ein- oder beidseitiger Schmerz im unteren Rücken, Gesäß oder im Leistenbereich

  • Ausstrahlung in den Oberschenkel (meist oberer Bereich), selten bis ins Bein

  • Verschlimmerung beim Aufstehen aus dem Sitzen, Treppensteigen, drehen im Bett oder einbeiniger Belastung

  • Gefühl von „Blockade“ oder Instabilität


Häufige Ursachen bei Frauen:

  • Schwangerschaft und Wochenbett: Lockere Bänder durch Relaxin, Asymmetrie durch das Baby

  • Hormonelle Schwankungen (Zyklus, Menopause): Bindegewebe verliert Spannung

  • Einseitige Belastung: Tragen von Kindern immer auf derselben Seite, Büroarbeit mit gekreuzten Beinen

  • Beckenboden- oder Bauchmuskelschwäche: Weniger „natürliche Stütze“ für das Gelenk

  • Haltungsmuster: Vorbeugehaltung, Hohlkreuz oder einseitiges Sporttreiben


Auslöser und Risikofaktoren im Alltag

ISG-Beschwerden brauchen selten eine „plötzliche“ Verletzung – oft schleichen sie sich ein:

  • Ungünstige Schlafpositionen (z. B. immer auf derselben Seite)

  • Starkes Husten oder Pressen (z. B. bei Verstopfung)

  • Schuhe mit hohem Absatz oder ungleichmäßiger Sohle

  • Stress: Automatisch mehr Anspannung in Gesäß- und Rückenmuskeln

Besonders nach der Geburt melden sich viele Frauen, weil das Becken noch „nachwirkt“ – hier hilft Verständnis, bevor man mit Übungen startet.


Was Sie selbst tun können – erste Schritte

1. Entlastung und Haltung

  • Sitzen Sie symmetrisch, Beine hüftbreit, Füße flach auf dem Boden

  • Aufstehen: Erst das Gesäß anheben, dann mit den Beinen nachführen

  • Beim Schlafen ein Kissen zwischen die Knie legen (Seitenlage)

2. Wärme und sanfte Bewegung

  • Wärmekissen oder -pad auf das ISG 15–20 Minuten: Fördert Durchblutung, löst Verspannungen

  • Leichte Spaziergänge auf ebenem Untergrund: Hält beweglich, ohne einseitige Belastung

3. Atmung und Beckenboden

  • Tief in die Flanken atmen, beim Ausatmen Beckenboden und untere Bauchmuskeln sanft aktivieren

  • Vermeiden Sie Pressen: Stattdessen „weiches Anheben“ spüren


Wie Osteopathie bei ISG-Beschwerden hilft

Eine osteopathische Behandlung sucht gezielt nach Ungleichgewichten:

  • Spannungen im Gesäß (z. B. Piriformis), unteren Rücken oder Beckenboden lösen

  • Das ISG selbst mobilisieren und die Bänder unterstützen

  • Den gesamten Körper prüfen: Oft spielen auch andere Körperteile eine wichtige Rolle - z.B. Füße, Kiefer oder Nacken


Nach der Behandlung bekommen Sie Alltags-Tipps und Übungen, die Sie selbstständig machen können – z. B.:

  • Vierfüßlerstand: Abwechselnd ein Bein strecken, während die Mitte stabil bleibt

  • Liegen: Knie zur Brust ziehen, sanft kreisen lassen

  • Stehen: Gewicht auf beide Füße verteilen, Becken leicht kippen


Wann Sie Hilfe suchen sollten

Gehen Sie zum Osteopathen oder Arzt, wenn:

  • Schmerzen länger als 2 Wochen anhalten oder nachts wecken

  • Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust im Bein hinzukommen

  • Fieber, starke Steifheit oder Schmerzen nach Sturz auftreten

  • Sie sich nach Geburt oder Operation unsicher fühlen


Tipp: Notieren Sie 1–2 Tage, wann der Schmerz kommt (z. B. „nach Sitzen >30 Min“) – das hilft in der ersten Untersuchung enorm.


Mit Verständnis, gezielter Behandlung und kleinen Alltagsanpassungen lassen sich ISG-Beschwerden oft gut bessern – damit Sie wieder frei und sicher bewegen können. Vereinbaren Sie gern einen Termin in unserer Osteopathie Praxis in Sendling - München.

 
 
 

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